Unser Banner
    
   


  
© © 2003 Detlef Pagel
  

Therapiehunde im Einsatz



Was sind eigentlich Therapiehunde?


Ein Therapiehund ist ein freundlicher, dem Menschen besonders zugetaner, nicht aggresiver Hund. Es besteht eine sehr gute Bindung zwischen Hundeführer (Thera­peuten, Pädagogen, Arzt, sonstige medizinische Fachkräfte) und dem Hund. Der Hund "arbeitet" immer im Team mit seinem Besitzer = Therapiehundeteam. Dieses Team hat erfolgreich eine spezielle Ausbildung im therapeutischen Bereich absolviert.


Warum sind Hunde für den therapeutischen Einsatz besonders geeignet?


Hunde haben ähnliche soziale Strukturen und Bedürfnisse wie wir Menschen. Sie sind sehr einfühlsam, anpassungsfähig, suchen Kontakt zu anderen Sozialpartnern, sie genießen Aktivitäten mit Menschen (z.B. Spielen oder Schmusen), sie können im physischen, psychologischen und sozialen Bereich sehr positiv wirken. Sie können sich in wechselnder Umgebung zurechtfinden (natürlich nur bis zu einem gewissen Grad), sie sind von ihrer Größe betreffende - in der Regel leicht mitnehmbar, sie können Gefühle durch Mimik und Gesten ausdrücken, sie sind in der Lage verschie­dene Beziehungen zu Menschen aufzubauen. Sie motivieren zur Kontaktaufnahme. Diese Fähigkeiten werden bei einem angehenden Therapiehund verstärkt und gefördert.




Was sind die Einsatzgebiete eines Therapiehundes?


* in der tiergestützten Therapie:

Der Therapiehund wird gezielt mit definierter Zielvorgabe in einer herkömmlichen therapeutischen Sitzung als "Co -Therapeut" eingesetzt.

* in tiergestützten Aktivitäten:

Das sind Hunde, die in verschiedenen sozialen, pädagogischen Ein­richtungen oder in Besuchsprogrammen eingesetzt werden.

D.h. sie "laufen" einfach bei der täglichen Arbeit von Mitarbeitern mit, oder sie werden gezielt zur Freizeitgestaltung (z.B. regelmäßige Spaziergänge) von Heim­bewohnern durch Mitarbeiter oder Freiwillige eingebunden.

* bei Einzelpersonen im Privathaushalt:

Hier unterscheidet man zwischen regelmäßigen tiergestützten Einsätzen eines ausgebildeten Therapiehundes bei einer behinderten / chronisch kranken Person (ohne Serviceleistungen des Hundes).



Für diese Einsätze benötigt der Hund eine spezielle Ausbildung, er muß u. a. folgende Fähigkeiten erlernen:

  • das Tolerieren ungewöhnlicher Bewegungen und Verhaltens­weisen des Menschen.

(z.B. Ataxie: Störung der Koordination von Bewegungsabläufen)

  • den Anblick bedrohlicher Gegenstände wie Rollstuhl, Gehhilfen, Schienen

  • das "Genießen" ungeschickter körperlicher Zuwendungen (z.B. Spastiker)

  • "Manipulationen" an seinem Körper zu erdulden (z. B. am Schwanz ziehen)

  • in Streßsituationen ruhig und gelassen zu bleiben.

  • Ungewöhliche optische Anblicke, Geräusche, Gerüche tolerieren

  • Verfeinerung der Erziehung des Hundes (z. B. Kommando "Decke")  Dieses Kommando ist sehr wichtig, hier wird der Hund gezielt aus der Therapiesituation herausgeschickt, oder was noch wichtiger ist, der Hund hat so die Möglichkeit sich selbständig aus der Therapiesituation herauszuziehen und damit anzuzeigen, daß der Hund die Therapie nicht mehr vorsetzten will (tierschutz­gerechter Therapiehundeensatz!). Außerdem ist es sehr wichtig die Signale des Hundes gut zu kennen, um den Hund vor Streß und Überforderung zu schützen. Die Decke ist gleichbedeutend für eine neutrale Insel in der sich der Hund erholen kann.Diesen wichtigen Aspekt sollte jeder gute Therapiehundeausbilder und Therapiehundeführer berücksichtigen!!

  • Gradwanderung von situationsabhängiger Aktiver oder Passivität des Hundes.




Grundvoraussetzung für diese Anforderungen ist ein Hund:

  • generell positive Menschenbezogenheit

  • einem ausgeglichenen Wesen (souverän-dominant bis angenehme Submissivität)

  • hohe Toleranzschwelle (keine nervösen Hunde)

  • keine Aggressionsneigung

  • niedriges bis mittleres Aktivitätsniveau je nach Einsatzgebiet

  • wenig Neigung zum Bellen

  • kein bis wenig Zeigen von Besitzverhalten

  • Kommunikationsfreudigkeit (gute soziale Fähigkeiten)

  • Sehr gute Grunderziehung

  • Sehr gute Bindung zwischen Besitzer und Hund

  • Rasse oder Geschlecht ist weitgehenst offen.



Die Geschichte der Therapiehunde

Der Kinderpsychiater Boris Levinsons setzte ab dem Ende der sechziger Jahre seinen Hund gezielt in der Therapie von Kindern ein. Das waren überwiegend Kinder mit Auffälligkeiten im Sozialverhalten. Diese Kinder vermieden den Beziehungsaufbau zu Ihrer Umwelt. Durch den intensiven Kontakt mit dem Hund öffneten sie sich langsam auch den Therapeuten und konventionelle therapeutische Maßnahmen konnten umgesetzt werden.

Levinson vertrat die Ansicht, daß besonders der Umgang mit dem Hund die emotionale Entwicklung eines Menschen positiv fördert.
Diese Erfahrung publizierte er international. Als Folge schlossen sich 1980 in den USA interessierte Organisationen unter den Verband "Delta Society" zusammen. Und begannen mit der Anwendung von tiergestützten Angeboten. Parallel entwickelte sich ein ähnliches System in England, die "Pets As Therapy" unter der Führung von Lesley Scott-Ordish.
Außerdem erfolgten mehrere Studien über die "therapeutische Wirkung von Tieren" (speziell Hunden) u. a.:

E. und S Corson; USA: Kontaktverhalten psychiatrischer Klinikpatienten zu Hunden

J. Sebkova; 1977 England: Angstmindernde Wirkungen durch Hunde

R. Lockwood; USA: Angstmindernde Wirkungen durch Hunde

P. Messent; England: Kontaktverhalten von Tierbesitzern zu anderen Menschen

E. Friedmann, A. Katcher, A. Beck, J. Lynch; USA
Kreislaufstabilisierende Wirkungen bei Herzinfarkt­patienten durch Tiere

Herzspezialist; Australien: Positive Auswirkungen auf Blutfettwerte und Blutdruck

Psychologen; Australien: Auswirkungen auf alterstypische Beschwerden von Bewohnern eines Seniorenheimes

Zunächst mußte man allerdings um Anerkennung kämpfen, daß Hunde aus hygienischer Sicht keine Gefahr für den Menschen darstellten, sondern an der Verbesserung von Gesundheit und Wohlbefinden wesentlich beitragen können.


Möglichkeiten und Grenzen von tiergestützten Therapieeinsätzen:

Seit Ende der 60er Jahren wird das Thema: "Tiere und Therapie" international erforscht und folgende wissenschaftliche Erkenntnisse konnten dazu erworben werden:


  1. Physische Wirkungen des Hundes auf den Menschen:

  • Normalisierung des Blutdruckes

  • Normalisierung der Plasmacholesterol- und Triglyceridwerte

   (verringert die Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen)

  • Freisetzung von Endorphinen ( sogenannter Glückshormone)

  • Ablenkung von Schmerzen

  • Förderung der Motorik, der Koordination, der Kraftdosierung

  • Steigerung der senso-motorischen Wahrnehmung

  • Förderung der Tonusnormalisierung

  • Förderung des Streßabbaues

(Verminderte Ausschüttung von Streßhormon Kortisol)


  1. Psychologische Wirkungen des Hundes auf Menschen

  • vermittelt das Gefühl, akzeptiert zu werden

  • vermittelt das Gefühl von Geborgenheit

  • vermittelt das Gefühl von Freude

  • fördert das Selbstwertgefühl

  • fördert die Persönlichkeitsentwicklung (z.B. Erlernen von Empa­thie)

  • ermöglicht gesellschaftlich anerkannten Körperkonakt und Zärtlich­keit

  • erspürt Stimmungslagen des Menschen und gibt das Gefühl, diese zu verstehen

  • fordert zum Spiel und gemeinsamen Aktivitäten auf.


  1. Soziale Wirkungen des Hundes auf Menschen:

  • wirkt als Kontaktvermittler, sei es verbaler oder nonverbaler Art zwischen Klient – Hund, und Klient - Hund - Therapeut

  • liefert Gesprächsstoff

  • fördert das Erlernen von Sozialverhalten und der nonverbalen Kommunikation

  • z. B.    Erlernen der Kommunikationsmethoden

Erlernen von hygienischen Maßnahmen

Erlernen der Berücksichtigung von Bedürfnissen

Erlernen der Akzeptanz von Grenzen und Regeln

Durch die umfassenden Wirkungen des& Hundes auf Menschen sind die Möglichkeiten des Einsatzes fast unbegrenzt!


© Copyright 2005 Petra Martins
email Therapiehunde-Arbeit: zorrovba@aol.com
Tel.: 06081 15775

zurück zur Übersicht
  www.die-hundetrainer.net - - email: kontakt@die-hundetrainer.net vorige Seite Seitenanfang