Home
19 | 05 | 2012
Teletakt & Co Drucken E-Mail
Beitragsseiten
Teletakt & Co
Seite 2
Seite 3
Seite 4
Alle Seiten

Teletakt & Co. - notwendiges Hilfsmittel oder barbarische Tierquälerei?  

 
 Die Antwort auf die spannenste Frage gleich zu Beginn: Nein - wir haben seit
längerer Zeit kein 'Stromreizgerät mehr in Betrieb. Die überwältigende Anzahl
der Fälle können wir mit unseren normalen Erziehungsmethoden erfassen. Sollte es in
ganz seltenen Einzelfällen einmal notwendig erscheinen, ein solches Gerät einsetzen zu müssen,
dann sind die Hundebesitzer gefordert, ein solches zu mieten oder zu kaufen.

Voranstellen möchten wir die Feststellung, dass wir den Einsatz solcher Geräte
nicht verharmlosen, entschuldigen, verniedlichen oder gar fördern wollen! Wir
sind dagegen sehr an einer sachlichen, nüchternen Diskussion interessiert, um
das Für und Wider und vor allen Dingen die Modalitäten eines Einsatzes zu
erörtern.  

 Die sog. Stromreizgeräte dienen in erster Linie dazu, eine Möglichkeit zu
haben, auch auf grössere Entfernung hin auf den Hund einwirken zu können. Die
technische Seite sieht so aus: Es wird auf ein Funk-Kommando mittels Sender im
Empfänger eine relativ hohe Spannung aufgebaut, die sich über zwei am Halsband
angebrachte Elektroden schlagartig über die Haut des Hundes entlädt. Diese
Empfindung erschreckt ihn und soll ein, dem jeweiligen Einsatzgrund
entsprechendes Vermeidungsverhalten erzielen. Da wir diese Geräte an uns selbst
häufig vor dem Einsatz zur Funktionsüberprüfung testen, wissen wir, dass die
physiologische Empfindung nicht der ausschlaggebende Faktor ist, die ist nicht
so schlimm, aber der Schreck-Faktor ist nicht zu verachten! Für Nicht-Techniker:
Die 'relativ hohe Spannung' bedeutet nicht, dass sich der Hund „auf dem
elektrischen Stuhl“ befindet, sondern es ist mehr der Effekt, den man erlebt,
wenn man auf einem Plastik-Teppich läuft und dann eine Türklinke anfasst. Bei
der Entladung, die Sie dabei erleben, haben Sie gerade mehrere tausend Volt
gespürt! Aber mir ist kein Fall bekannt, dass dadurch jemand schon mal zu
Schaden gekommen ist. Jedenfalls kann der Schreck erheblich sein – und wie
fühlen Sie sich, wenn Sie das nächste mal an dieselbe Türklinke fassen sollen??
Genau dieser Effekt wird mit diesen Geräten ausgenutzt.

 Fangen wir damit an, zu fragen, warum überhaupt solche Geräte existieren. Kann
man denn einen Hund nicht 'ohne' erziehen? Unsere Antwort: Fast immer – aber
manchmal eben nicht. Bekanntlich gibt es erzieherische Stilrichtungen, bei denen
jeglicher 'Zwang', jegliche 'Gewalt' abgelehnt wird. Ohne einen
'Nebenkriegsschauplatz' eröffnen zu wollen, möchten wir aber darauf hinweisen,
dass Methoden, die einen Hund in eine andauernde Spannungs- bzw. Stresssituation
bringen, mindestens genauso unangenehm sind, wie die Anwendung des
Stromreizgerätes! An dieser Stelle möchten wir noch feststellen, dass es unserer
Meinung nach eher unerheblich ist, ob ein elektronisches „Gestanksprühgerät“
oder ein Stromreizgerät benutzt wird. Möglicherweise ist der länger wirkende
Gestank von Bitterölen und sonstiger „Essenzen“ sogar unangenehmer als der nur
Millisekunden dauernde physiologische Reiz des Teletaktgerätes. Wie bereits
erwähnt, ist ja in beiden Fällen die gravierende Schreckwirkung bestimmend.
 Schauen wir uns am besten an einem konstruierten, aber für uns repräsentativen
Fall an, worum es überhaupt geht:

  Eine Familie hat sich einen Hund zugelegt, einen Retriever, einen Schäferhund,
einen Collie, einen Mischling oder was auch immer. Der Hund wächst heran, es
gibt keine Probleme. Es fällt aber schon auf, dass das jetzt vielleicht sechs
Monate alte Hündchen gern die Kaninchen am Heckenweiher jagt. Die schaffen es
aber immer rechtzeitig in ihren Bau... Dann erzählt Daddy nach dem
Sonntagsspaziergang, dass er mindestens zwanzig Minuten auf den Hund an einer
Schonung gewartet hatte, bis der geruhte, wieder zu erscheinen. Einige Zeit
später war es dann soweit: Wieder beim Sonntagsspaziergang, diesmal war es schon
dämmrig, überquerte ein Reh den Weg und der Hund war sofort weg. Kein rufen
half. Dann hörte man einen Schuss vom Waldrand her. Mit schlotternden Knieen
ging man in die Richtung und hörte vom Hochsitz eine Stimme:“Wenn ich das
nochmal sehe, erschiesse ich den Hund!!“ Der Jagdpächter hatte einen Warnschuss
abgegeben, um die Leute zu erschrecken. Am nächsten Tag klingelt bei 'Den
Hundetrainern' das Telefon...